Portugal 2019

Die Suche nach einer Urlaubsdestination für den Sommer war dieses Jahr etwas zäh. Toskana? Schön, aber schon einige Ecken abgegrast. Südfrankreich? Ebenso. Irgendwann kam dann mal Portugal als Idee auf und wir hatten über AirBnB eine recht tolle Unterkunft bei Palmela gefunden.

 

Im Nachhinein war es für uns goldrichtig, abseits im Naturschutzgebiet gelegen und mit wahnsinnig vielen Möglichkeiten vor der Nase. 

 

Der Nationalpark Arrábida ist wunderschön und sehr gut zum Trailrunning, Mountainbiken und Rennradfahren geeignet. Die Strände im Nationalpark sind toll, wenn auch nur bedingt geeignet zum Freiwasserschwimmen, weil zahlreiche Boote sehr knapp daran vorbei fahren. Zum Schwimmen sind wir ein Stückchen weiter gefahren und haben uns in Cascais, dem Austragungsort des gleichnamigen Ironman 70.3, ausgetobt.

 

Die Lebenshaltungskosten kann man, sofern man im Ferienhaus eine eigene Küche hat, sehr überschaubar halten. Auch das Essen gehen ist günstiger als bei uns und die Qualität des Fisches natürlich sagenhaft.

 

Was uns neben der Landschaft und den Möglichkeiten genauso gut gefallen hat, waren die freundlichen und sehr aktiven Portugiesen. Zu jeder Uhrzeit sind zahlreiche Läufer und Radfahrer unterwegs und man wird freundlich mit einem kurzen Smalltalk unter Sportlern unterhalten.


Der Weg ist das Ziel

Wir haben bewusst den Weg mit dem Auto gewählt und die Hin- und Rückreise überraschend gut durchgebracht. Das Ganze haben wir spontan entschlossen, ohne Zwischenübernachtung zu machen und uns beim Fahren abgewechselt. 

Die unterschiedlichen Landschaften auf unserem Weg haben uns sehr beeindruckt. Ein paar kannten wir bereits wie den Südwesten Frankreichs und das Baskenland, andere Gegenden haben uns ziemlich neugierig gemacht, sie zu erkunden. Das Massif Central und die Extremadura werden uns irgendwann mal für einen längeren Stopp wiedersehen.

 

Als kurze Zwischenstation haben wir auf beiden Strecken Zarautz an der Costa Verde mehr oder weniger zufällig ausgewählt. Zarautz ist ein lebhaftes kleines Städtchen im Baskenland mit einem riesigen Sandstrand, der vor allem bei Surfern sehr beliebt ist. Unsere Mädels haben da gleich ihre Neoprenanzüge und die Bodyboards ausgepackt und sich kurz in die Fluten gestürzt, bevor es wieder weiter ging.


Lissabon

Nach einer guten halben Stunde mit dem Auto von unserem Urlaubsdomizil sind wir mitten in Lissabon gestanden. Die Stadt ist momentan bei Städteurlaubern sehr beliebt, aber (noch) nicht heillos überlaufen. Der Charme von Lissabon ergibt sich aus dem gesamten Ensemble der Stadt. Weniger sind es einzelne, markante Sehenswürdigkeiten, sondern die gemütlichen Ecken, die steilen Straßen, die berühmten gelben Straßenbahnen und das entspannte Flair. 

Beeindruckend ist die obligatorische Fahrt mit der Linie 28, für die man je nach Tageszeit recht lange anstehen muss. Die Standseilbahnen, die einige höher gelegene Viertel mit dem Zentrum verbinden, sind auch imposant und einen Besuch wert.

 

Wir haben uns von der Stadt einfach ohne festen Plan treiben lassen und die Atmosphäre genossen. Es gibt im Zentrum recht nette Cafés und die Möglichkeit, lokale Spezialitäten zu probieren. 

 

Die Strände erstrecken sich westlich des Zentrums Richtung Estoril und Cascais. Zum Thema Schwimmen wird es einen eigenen Blogeintrag geben, Details und Erfahrungen sind dann dort zu finden. Fun Fact nebenbei: An den Stränden drehen Portugiesen mit Kühlboxen ihre Runden und verkaufen Bolas, die bei den Einheimischen sehr beliebt sind. Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass es unsere Krapfen sind. Sie heißen auch "Bolas do Berlim" und sind als Relikt jüdischer Auswanderer, die in der Nazizeit in Portugal Zuflucht gesucht haben, in die portugiesische Küche aufgenommen worden. Zu meiner Freude ersetzen die Portugiesen aber die Marmelade durch eine Vanillecreme.


Cabo da Roca

Den westlichsten Punkt Europas haben wir am ersten Tag bereits besucht. Cabo da Roca fällt steil in den Atlantik ab und bietet schöne Ausblicke und schöne Wanderwege mit viel Panorama. 

 


Cabo Espichel

Cabo Espichel ist ein ganzes Stück weiter südlich und ein bekanntes Pilgerzentrum. Auch hier erstrecken sich zahlreiche Wanderwege entlang der rauen Atlantikküste. In den Felsformationen können noch Fußabdrücke von Dinosauriern gesehen werden.

Der Ausflug zum Cabo Espichel ist sowohl bei Touristen als auch bei Rennradfahrern beliebt. Die Tour zum Cabo lässt sich sehr gut mit Rennradtouren im Nationalpark Arrábida kombinieren. Details und Empfehlungen folgen in einem separaten Blogartikel zum Thema Rennradfahren.


Cascais

Cascais liegt ein Stück westlich von Lissabon und ist ein mondäner Badeort mit einem schönen Strand zum sehen und gesehen werden. Einsame Naturerlebnisse findet man hier nicht, dafür hat man gute Möglichkeiten zum Freiwasserschwimmen. Am Morgen sieht man hier auch zahlreiche Schwimmer mit Neoprenanzügen im Meer. Letztere sind auch zu empfehlen, da das Wasser zwischen 16 und 18 Grad kalt ist. 

Ende September findet hier auch der Ironman 70.3 Cascais statt mit 1,9 km Schwimmen im Hafenbecken, 90 km Fahrradfahren an der Küste und im Hinterland inklusive einem Ausflug ins Motodrom von Estoril und einem Halbmarathon an der Küstenstraße entlang. Es sollte kein Geheimnis sein, dass der Wettkampf schon einen Platz in meiner Saisonplanung für 2020 hat ;) . 

In den Seitenstraßen gibt es sympathische kleine Cafés zum Frühstücken oder für eine Pause zwischendurch.


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