Sellrainer Hüttenrunde (Trailrun) Tag 2

Das Wetter und die Planung

 

Die Wettervorhersage für den zweiten Tag war mehr als schlecht. Wir hatten mehrere Alternativrouten zur Auswahl, die wir je nach Witterung gelaufen wären. Da es nach dem Frühstück aber nicht so schlimm aussah, sind wir nach Plan A verfahren und haben die Schweinfurter Hütte über das Zwieselbachjoch und das gleichnamige Tal angesteuert. Das Zwieselbachtal ist ein Traum für Trailrunner! Wenn man das Modewort des Flows hernehmen möchte, hier passt es. Nach 2h waren wir an der Schweinfurter Hütte und haben uns den zweiten Anstieg des Tages nach oben geschraubt, das Wetter hat gehalten, wir sind nicht nass geworden. 

 

Zivilisationsschock

 

Vom ursprünglichen Plan sind wir ab der Schweinfurter Hütte ein wenig abgewichen, da wir bei Nässe den seilversicherten Oltrogge-Steig auslassen wollten, diese Variante ist bei Sonnenschein schön, bei Nässe aber nicht zu empfehlen. Also ging es über die Finstertaler Scharte zum Speicher Finstertal und hinab zum tiefsten Punkt dieser Tagesetappe, dem Ort Kühtai. Wir hatten uns im Vorfeld ein wenig gewundert, warum wir auf der Dortmunder Hütte keinen Platz bekommen hatten, jetzt wussten wir es. Ein paar hundert (tausend?) Xletics-Sportler haben sich im Kühtai über künstliche Hindernisse gequält und ein mords Spektakel veranstaltet. Freiwillig haben wir hier den Wanderweg auf der Asphaltstraße (!) umlaufen, das Gewusel war surreal und diese Art von Sport ist uns doch ziemlich fremd (das werden die über uns auch gedacht haben ;) ). Bis Kühtai haben wir unterwegs nur eine Handvoll Wanderer getroffen, also sind wir wieder schnellstmöglich in Richtung Kreuzjoch geflüchtet.

 

Binge eating

 

Nach dem Kreuzjoch ging es in einem schönen Downhill, bei dem man teilweise Hände und Füße gebraucht hat, hinab zur Peter Anich Hütte. Kurz vor der Hütte hat uns dann doch der einzige Schauer des Tages erwischt, der aber schnell vorbei war. Die Hütte ist sehr urig und einfach, aber eine echte Empfehlung. Da wir die einzigen Gäste waren, haben wir die volle Aufmerksamkeit der Wirtsleute gehabt, die uns phänomenal verpflegt haben. Am Abend haben wir uns ernsthaft Sorgen gemacht, dass wir von unserem Ausflug mit einem dickeren Bauch heimkommen als wir gestartet sind. Respekt nochmal an Benedikt, der immerhin 3 Hauptgerichte verputzt hat. Die Nacht über hat es starkt geregnet, am nächsten Morgen hat es dann aufgeklart und wir konnten den Ausblick von der Hütte ins das Inntal genießen.

 

Zahlen, Daten, Fakten:

 

Auch hier wieder Daten laut meiner Uhr....

 

Anstieg: 2.085 hm

Abstieg: 2.514 hm

Höchster Punkt: Zwieselbachjoch 2.868 m

Zeit: 6:41 h

Strecke: 34,95 km

 

Weiter zu Tag 3